Streiflichter

Weihnachtsbrief

Weihnachtsbrief

von i. A. Tino Hempel -
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Ribnitz-Damgarten, 11. Dezember 2020

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

was für ein Jahr!

Am 31.12.2020 geht ein Kalenderjahr zu Ende, das es so seit Menschengedenken nicht mehr gegeben hat. Zunächst nur in Fernost wirkt das CORONA-Virus seit Februar bis in unsere Region und beabsichtigt nicht, die Schlagzeilen oder unser Leben wieder zu verlassen.

Über 125 Hinweisschreiben aus dem Kultusministerium haben in den letzten Monaten die schulische Corona-Wirklichkeit organisiert. Im ersten Halbjahr wurden alle Schulen geschlossen bzw. auf „Distanzunterricht" umgestellt, was Lehrer, Schüler und Eltern überhaupt erst einmal üben mussten. Kurz vor den Sommerferien öffneten die Schulen wieder und das RWG organisierte eine Mischung aus Präsenz und Distanz, um nach den Sommerferien Unterricht nach Plan durchzuführen. Da-hinter stand der Versuch der Schulleitungen, möglichst viel Gesundheit und „Alltag" für die Schulgemeinschaft zu erhalten und gestalten.
Wenn wir zurückschauen, so ist uns das weitgehend gelungen. Fast alle Kolleginnen und Kollegen waren dauerhaft im Dienst vor Ort, so dass der Unterricht weitgehend nach Plan stattfand. Bei der bisher einzigen Infektion im Haus funktionierten alle vom Land erdachten Sicherheitsmaßnahmen, so dass die Erkrankung nicht in der Schule übersprang. Natürlich blieben verschiedene Schülerinnen und Schüler – bisweilen auch Lehrerinnen und Lehrer - in Quarantäne, aber die Schutzwälle haben gehalten. Ihnen allen herzlichen Dank für das verantwortungs-volle und besonnene Verhalten sowie für den Einsatz über das Übliche hinaus.
Andererseits mussten besondere, schöne, spektakuläre, wichtige Veranstaltungen ausfallen oder wurden eingeschränkt durchgeführt. Nur als Beispiele: eine Abiturfeier im „social distancing" ohne Abiball, der Abschied von Frau Schermuk als langjährige Schulleiterin ohne großen Festakt mit allen Eltern und Schülern, ausgefallene Fahrten zur Partnerschule in Kenia oder als Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz/Polen, ausgefallene Praktika, abgesagter „Tag der Offenen Tür" und und und ... Fahrten oder Praktika kann man nachholen, was im nächsten Jahr auch geschehen soll, anderes ist unwiederbringlich vorbei – Schade!

Wie geht es im neuen Jahr weiter? Wirklich wissen wir es nicht. Die Länderregierungen denken über eine Verlängerung des „gesellschaftlichen Halbschlafs" (M. Söder) oder Verschärfungen der Regeln nach, zwei Wochen „Distanzunterricht" stehen bereits im Umfeld der Weihnachtsferien an. Die weiteren Auswirkungen auf das „Wossidlo" erahnen wir nur.
Wir wollen an unserer Grundlinie: „so viel Schutz wie nötig" und „so viel Normalität wie möglich" unbedingt festhalten und planen erst einmal so, als könnten schulische Veranstaltungen 2021 regulär stattfinden. Neben den kommenden Fahrten und den angedachten Praktika soll daher im Jahr 2021 vor allem gefeiert werden:

150 Jahre gymnasiale Bildung in Ribnitz-Damgarten!

Wenn wir trotz oder nach Corona dürfen, nehmen wir natürlich die Kommune mit und organisieren ein Fest für Schule und Stadt, das alle ehemaligen Schulstandorte dieser langen Tradition einbezieht. Unsere Planung läuft – und weiterhin gilt: Jeder darf und soll sich mit seinen besonderen Fähigkeiten und Fertigkeiten beteiligen, damit es nicht EIN sondern UNSER Fest wird.

Jetzt schließt sich das Kalenderjahr – wie jedes andere mit Weihnachten. Aus der christlichen Tradition ist ein Fest für die Familie geworden und eine Zeit, in der wir zur Ruhe kommen, in der wir uns an die erinnern, die in unserer Gesellschaft, in der Welt am Rand stehen. In diesem Jahr machen es uns die Regeln noch einmal schwerer, Familienmitglieder oder Freunde zu treffen.

Auch für die Armen und die Einsamen wird es schwieriger, sich aus ihrer Einsamkeit zu lösen und in unsere Wahrnehmung zu treten.
Und so wünsche ich uns ein Weihnachtsfest der Rückbesinnung, des absichtlichen positiven Bremsens, des liebevollen Blicks auf den Nächsten, wer auch immer das für Sie persönlich sein mag, und des Miteinanders in aller pandemiebedingten Distanz.

Bleiben Sie gesund, behalten Sie die Nerven, lassen Sie nicht die nächsten Tage vom Wort des Jahres beherrschen – vielmehr

gesegnete Weihnachten und
einen guten Rutsch ins neue Jahr
Ihr Jan-Dirk Zimmermann