Mein Rechner tuts auch ohne Strom
Mechanische Rechenhilfen von der Antike bis heute.

Brett und Steine
Rechenbretter kannte man nachweislich schon vor 3000 Jahren bei den Persern.  
Adam Riese lehrte um 1500 neben den schriftlichen Verfahren das Rechnen auf dem Rechenbrett. 
Die Lage der Steine bestimmte ihren Wert: Auf den Linien 1, 10, 100..., dazwischen 5, 50, 500.... 
Dargestellt ist die Aufgabe 1241 + 82.

Aufgereihte Perlen
Ein Abakus ist ein Rahmen mit verschiebbaren Perlen. Jeder Stab markiert eine Dezimalstelle, beim geteilten Abakus haben die unteren Perlen den Wert 1, die oberen den Wert 5.
In manchen Lndern wird noch heute mit dem Abakus gerechnet. Links ein rmischer Abakus, daneben ein russischer (526,28), rechts ein chinesischer (0001234567890). 

Vielfachenstbchen
Der englische Lord Napier (1550-1617) benutzte Holzstbe als Hilfsmittel fr die Multiplikation mehrstelliger Zahlen.
Man legt aus den passenden Stben eine Zahl und liest das Zweifache, Dreifache, ... ab. 
Die beiden Ziffern, die auf zwei benachbarten Stbchen in derselben Diagonalen stehen, mssen jeweils addiert werden. Hinzu kommt der bertrag der vorhergehenden Stelle. 
Die Aufgabe: 739 * 6 = 4 |2+1|8+5|4 = 4434.
Bei mehrstelligen Multiplikationen werden die einzelnen Positionen wie beim schriftlichen Rechnen auf dem Papier versetzt addiert. 

Die Rechenuhr 
Die Rechenmaschine von Wilhelm Schickard (1623) setzte fr die Multiplikation Walzen mit aufge-druckten Napiertabellen ein. 
An den Walzen (Knpfe oben) wurde der erste Faktor eingestellt, mit den Fensterstben der Blick auf die Vielfachen freigegeben.
Die abgelesenen Zahlen wurden unten stellengerecht auf die Knpfe des Additionsteils bertragen.
Der Zehnerbertrag erfolgte dabei nach Art von Kilometerzhlern. 

Schieben und kurbeln
Gottfried Wilhelm Leibniz stellte 1673 die erste Maschine vor, bei der das Zahleneingabewerk gegenber dem Resultatwerk verschiebbar war. Wollte man 1709 * 365 rechnen, so stellte man 1709 auf dem Eingabewerk ein und kurbelte die Zahl mit der Magna Rota fnfmal auf die Einerstelle, sechsmal auf die Zehnerstelle und dreimal auf die Hunderterstelle. Zwischendurch drehte man den Eingabewagen  jeweils mit der Kurbel K um eine Stelle nach links. 
Staffelwalze / Sprossenrad
Jeder Eingabezeiger bewegte bei Leibniz ein Zahnrad ber einer Staffelwalze, die vorne gar keinen, dahinter immer mehr Zhne hatte. Bei einer Kurbeldrehung wurde das Zahnrad um 0 bis 9 Positionen weiterbefrdert.
Giovanni Polenus erfand dafr das flachere Sprossenrad, ein Zahnrad, bei dem man ber einen Hebel die bentigten Zhne herausschieben konnte.

Die letzte ihrer Art
Kilometerzhler-bertrag und Staffelwalze finden sich auch noch an der letzten mechanischen Maschine, die 1948 vorgestellt und bis 1970 gebaut wurde.
Die Curta pate in eine hohle Hand. Sie beherrschte alle vier Grundrechenarten und kostete etwa 400 Mark.
Heute sind Elektronenrechner viel billiger herzustellen, auerdem schneller und vielseitiger als die besten mechanischen Rechenmaschinen.
