Abschnittsübersicht

    • Aufbau eines DBS und Anforderungen an ein DBS

       
    • Beispiel

      Für jeden Schüler werden jährlich die Stammdaten (Name, Vorname, Geburtsdatum, Anschrift, Telefon) erfasst bzw. kontrolliert. Die Eingabe der Daten erfolgt durch das Sekretariat. Die Grunddaten benötigen aber auch:

      • der Koordinator der Sekundarstufe II, um das Kurssystem aufzubauen,
      • der Koordinator der Sekundarstufe I, um die WPU-Kurse zu planen,
      • die Schülerbibliothek, um die Leihlisten zu aktualisieren,
      • der Schuladministrator, um die Schüleraccounts zu erstellen.

      Jeder Verwender erhielt von allen Daten eine Kopie auf seinem Rechner. Damit konnte er auf diese zugreifen und Veränderungen in ihnen vornehmen. Ging ein Schüler vom Gymnasium ab, so konnte es passieren, dass seine Daten nur im Sekretariat gelöscht wurden. Die anderen Nutzer mit ihren veränderten Daten erfuhren nichts vom Abgang des Schülers. 

      Es ergab sich folgende Datennutzungsstruktur:

    • Nachteile einer solchen Datenverwaltung:
      • starke Datenredundanz, d. h. dieselben Daten werden mehrfach gespeichert
      • nach längerer Zeit erhöhte Dateninkonsistent, d. h. Widersprüchlichkeit zwischen den Datensammlungen 
      • Unflexibel beim Einarbeiten von Änderungen, d. h. Änderungen müssen für jeden Nutzer vorgenommen werden
      • verminderter Datenschutz und geringe Datensicherheit, d. h. Nutzer erhalten Daten, deren Einsicht für sie nicht zulässig ist, Datendiebstahl wird vereinfacht
      • keine Standards, d. h. jedes Programm verwaltet die Daten anders
      Datenverwaltung optimal/heute 

      In der vernetzten Schule gibt es die Schülerdaten nur einmal. Die einzelnen Anwender/Programme greifen nach Prüfung der Befugnis über das Datenbankmanagementsystem (DBMS) logisch auf die Datenbasis zu und erhalten eine eingeschränkte, auf ihre Aufgaben zugeschnittene Sicht auf die Daten. Eine direkte Manipulation der Daten ist nicht mehr möglich. Das DBMS überwacht die Zugriffe. 

      Ein solcher Aufbau ist sinnvoll und dient als Modell für den allgemeinen Aufbau eines Datenbanksystems.

      Grundsätzlicher Aufbau von Datenbanksystemen

      Ein Datenbanksystem (DBS) setzt sich aus einer Datenbasis und einem Datenbank-Managementsystem (DBMS) zusammen. Das DBMS ist ein Softwaresystem zur Definition, Administration, Manipulation und Abfrage von Daten. Es stellt die Schnittstelle zwischen Benutzer und Datenbasis dar und dient der effizienten Speicherung und Abfrage der strukturierten Daten. Die Datenbasis enthält neben den reinen Nutzdaten auch die zur Verwaltung des gesamten Systems nötigen Metadaten. 

      Kriterien/Anforderungen an DBS

      Aus dem formalen Aufbau von Datenbanksystemen ergeben sich Eigenschaften, die gleichzeitig Kriterien für ein gute DBS sind: 

      • Integritätssicherung 
        Daten werden bereits während der Eingabe auf Korrektheit überprüft und Fehleingaben verhindert
      • Redundanzarmut
        ungeordnete Mehrfachspeicherung von Datenwerten wird vermieden
      • Datensicherheit
        ungewollter Datenverlust wird durch Backup- und Prüfmechanismen verhindert
      • Datenschutz
        Zugriffskontrolle und spezifische Sichten sorgen für einen Zugang gemäß der Rechte des Nutzers
      • Mehrbenutzerbetrieb
        mehrere Benutzer können parallel mit den Daten der Datenbank arbeiten, Kollisionen werden verhindert
      • Datenunabhängigkeit
        das DBMS ist nicht an die Daten der Datenbank gekoppelt, es kann unabhängig von den Daten weiterentwickelt werden
      • zentrale Kontrolle
        ein Administrator ist in der Lage, das gesamte System von einem Rechner aus zu verwalten

      nach Horn/Kerner/Forbrig: Lehr- und Übungsbuch Informatik Bd. 1

      1. Diskutieren Sie Nachteile der obigen Struktur. Leiten Sie Schlussfolgerungen ab.
      2. Beurteilen Sie die beiden Ansätze zur Speicherung von Daten einer Surfschule (S. 390f. Aufgabe 1-4) sowie eines Online-Buchhandels (S. 298). Leiten Sie Schlussfolgerungen für gute Datenbankensysteme ab.
    • Behauptung: Datenbanksystem bestehen aus einer Zwei-Schicht-Architektur und bieten exzellente Möglichkeiten zum Speichern und Verwalten umfangreicher Datenmengen. 

      Informieren Sie sich (in zwei Gruppen) im Lehrbuch Schöningh "Informatik 2" Kapitel 7.1 ab Seite 293 unten und 7.2 ab Seite 298 (ab Zwischenüberschrift ) bzw. im Lehrbuch HeLP "Datenbanken - Informatik für die Sekundarstufe II" Kapitel 2.1 über Datenbanksysteme. Ermitteln Sie Aspekte, die die Behauptungen untermauern. Stellen Sie diese unter Verwendung der u. g. Bereiche in einer Lernübersicht dar.

      • Aufbau, Zugriff und Bestandteile (incl. Aufgaben der Teile) eines Datenbanksystems 
      • Anforderungen an Datenbanksysteme:
        Datenkonsistenz, Datenintegrität, Redundanzarmut, Datensicherheit, Datenschutz, Mehrbenutzerbetrieb, Datenunabhängigkeit, zentrale Kontrolle
    • Der Informatik-Kurs erhält von der Firma "Flotte Flitzer" - einer Vermietungsfirma für Sport- und Mittelklassewagen - den Auftrag, eine relationale Datenbank für die Erfassung der Vermietung der Autos und die Verwaltung des Fuhrparks (die Angaben über den Fahrzeugtyp und die Dokumentation von Reparaturen) zu entwickeln. Eine genaue Anforderungsdefinition befindet sich im Ausschreibungstext der Firma. Der Informatik-Kurs soll dabei zunächst nur die relationale Datenbank entwickeln. Eine grafische Oberfläche ist noch nicht erforderlich.

    • Etappen für den Entwurf eines Datenbanksystems

      Die systematische Entwicklung eines Datenbanksystems erfolgt in Schritten, deren korrekte Ausführung maßgeblich über die Qualität des Endprodukts entscheidet. Im Allgemeinen ist folgender Ablauf notwendig:

      Diese Schritte werden gern in drei Phasen/Etappen zusammengefasst. 

      Anforderungsspezifikation und 
      konzeptionelle Entwurfsetappe

      logische Entwurfsetappe

      physischer Entwurf und Implementierung

      • IST-Analyse
      • SOLL-Konzept (Erstellung eines Profils für die Anforderungen an das DBS)
      • Abbildung des erforderlichen Realitätssausschnitts entsprechend der Anforderungen und Bedingungen unabhängig vom DBMS in eine grafische Darstellung durch die Abstraktion von Objekten und deren Beziehung zueinander auf Entitätstypen und Beziehzungstypen 

       

       

      • Umwandlung des ER-Modells in das relationale Datenmodell  mithilfe eines Regelsystems
      • Festlegung von Primärschlüssel- und Fremdschlüsselattributen
      • Festlegung der Datentypen der Attribute ggf. mit weiteren Einschränkungen zur Sicherstellung der Integrität und Konsistenz
      • Festlegung von Sichten und Zugriffsrechte zur Sicherstellung des Datenschutzes und der Datensicherheit
      • Implementation im DBMS
      • Eingaben von Grunddaten

      Entity-Relationship-Modell (ER-Modell)

      relationales Modell
      Relationenschema

      Datenbanksystem